Sunday, December 28, 2008

Liftfahren wird "aufregender": Mit neuen LED-Anzeigen

Das Institut für ganzheitliche Unfall- und Sicherheitsforschung in Wien hat sich für die laufende Skisaison ein Sicherheitssystem der ganz besonderen Art ausgedacht. Nähere Einblicke gibt dieses Zitat aus einem Vortrag: „Das neue Sicherungssystem für den Ausstiegsbereich von Sesselbahnen und Sesselliften wurde vom EPIGUS Institut für ganzheitliche Unfall- und Sicherheitsforschung nach den Grundlagen der Blickforschung mit dem viewpointsystem konzipiert und entwickelt. Dieses Sicherungssystem in Form von LED Anzeigen hilft mit, ein frühzeitiges Bügelöffnen durch Fahrgäste zu vermindern und das Risiko eines Absturzes vom Sessel zu minimieren.“

Ja, nun darf sich der Skifahrer nicht mehr der schönen Landschaft ergötzen, sondern wird nun von wild blinkenden LED-Anzeigetafeln und zu groß geratenen Piktogramm-Schildern abgelenkt. Kurz vorm Ausstieg gibt es auch nochmal eine lange LED-Leisten-Ampel, die den Sesselliftbenutzer (an manchen Liften viel zu spät) darauf hinweist, dass er seinen Bügel hochzuklappen hat. Ob bei so vielen blinkenden Schildern der unerfahrene Sesselliftbenutzer überhaupt noch weiß wann genau er aussteigen soll??? Angeblich sollen die neu-installierten Anlagen verhindern, "dass unroutinierte oder leichtsinnige Liftbenutzer den Bügel vorzeitig in die Höhe klappen und dann womöglich aus dem Sessel stürzen."

Wie fahren nun durchschnittlich seit 25 Jahren Ski und bisher ist noch nie jemand aus dem Sessellift gestürzt. Vielmehr war zu beobachten, dass viele Liftbenutzer den Bügel viel zu spät öffnen und somit der ganze Lift angehalten werden muss.
Seilbahn-Obmann Wolfgang Beck ist noch nicht davon überzeugt, dass die montierten LED-Anzeigen den gewünschten Erfolg bringen. "Auch der Betriebsleiter der Bergbahnen Brandnertal hält nicht viel von den neuen Ampeln. "Die Sesselliftbenutzer sind mehr verwirrt als aufgeklärt", berichtet Helmut Schedler über seine bisherigen Erfahrungen."

Auch wir waren erst etwas verwirrt von den neuen Anzeigen, da wir bisher auch ohne diese „Hilfe“ sicher aus dem Lift aussteigen konnten.
Außerdem mussten wir zu unserer Belustigung feststellen, dass in vielen Anlagen auch noch die alten Schilder hängen und der „unerfahrene Sesselliftbenutzer“ nun nicht weiß was er tun soll… (siehe Photo rechts). Zu unserem Spaß folgten wir bei jeder Fahrt den Anweisungen der Schilder und verwirrten wohl den Liftmann so sehr, dass am Nachmittag das alte, erste Schild abmontiert wurde. :)

Meiner Meinung nach sind diese neuen Anzeigetafeln, die btw ohne Montage rund 3000 Euro pro Anlage kosten, vollkommen überflüssig. Das "Bügel-Öffnungs-Verhalten" wird sich auch mit diesen neuen Schildern nicht verändern. Und am Ende muss es der Skifahrer eh wieder über den noch teureren Liftpass bezahlen. Demnächst kommen wohl dann noch Anschnallgurte und Airbags hinzu. Demnach könnten demnächst vielleicht auch viele Helmbenutzer in Ritterrüstung Ski fahren, damit sie sich vollkommen "sicher" fühlen.

Wer mehr über das Sicheheitssystem erfahren möchte, dem sei dieser Link ans Herz gelegt: http://www.come-innsbruck.at/events/oitaf2005/Referate/Vortrag_Pfleger.doc

1 comment:

Anonymous said...

Hipp Hipp Hurra, es lebe der teutonische (bzw. grenznahe)Bürokratisierungswahn.

Aber damit hat sich bestimmt irgendein hoch motivierter Beamter in die nächst höhere Gehaltsstufe katapultiert, alo war es wahrscheinlich doch nicht so ganz umsonst...

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